Der friedliche Weg in den Kooperativen Individualismus

Die friedliche, freundliche Beendigung des kollektivistischen Gesellschaftssystems unter Aufrechterhaltung der erforderlichen Ordnung stellt wohl die zentrale Aufgabe der nächsten Monate dar. Nachfolgend soll ein Stufenplan präsentiert werden, der eine friedliche Transformation der Zivilgesellschaft vom verzinsten Schuldgeld und einer künstlichen Mangelwirtschaft („Freie Marktwirtschaft“) in eine liebevolle, hilfreiche und Vielfalt tolerierende und garantierende Gesellschaft („Kooperativer Individualismus“) ermöglicht:

  1. Persönliche Transformation
  2. Information des Umfeldes
  3. Transformationswerkzeuge
  4. Transformatives Projekt
  5. Vernetzung und gesellschaftliche Umgestaltung

1. Persönliche Transformation

Zunächst ist die persönliche Veränderung die wichtigste Voraussetzung für die friedliche Umgestaltung einer Gruppe, Gemeinschaft oder der gesamten Gesellschaft. Wir wurden unter den bestehenden Bedingungen „im alten System“ sozialisiert und konditioniert, was bedeutet, dass unsere Glaubenssysteme und geistigen Modelle noch auf diesen alten Regeln basieren. Das „alte System“ lässt sich knapp und einfach als „Materialismus“ bezeichnen, d.h. die grundlegende Idee, dass unser aller Glück und Leben von „knapper Materie“ abhänge, welche wir durch unangenehme Tätigkeiten („Arbeit“) der Natur „abringen“ müssten. Aus der Idee der Knappheit und des Mangels folgt die Konkurrenz, d.h. die Vorstellung, dass „niemals genug für alle“ vorhanden sei. Auch das Denken in Leistung und Gegenleistung (die Tauschidee) ist auf den Materialismus zurückzuführen – wenn ich keine Gegenleistung (z.B. in Form von Geld) erhalte, so bin ich auch nicht bereit, selbst etwas zu leisten.

Diese geistigen Prämissen schränken nicht nur unser individuelles Vorstellungsvermögen ein, sodass neue Möglichkeiten weder akzeptiert noch erkannt werden, sondern sie sind auch die Ursache zahlreicher seelischer Wunden, aus welchen für uns Leid erwächst. Wir leiden, weil bzw. wenn wir uns ungeliebt fühlen (z.B. wenn wir nur unserer Leistung bzw. Gegenleistung willen geliebt oder wertgeschätzt werden), wir leiden, weil bzw. wenn wir uns ersetzbar fühlen oder ebenso, wenn wir von einem geliebten Menschen getrennt werden.

Eine alternative Denkhaltung stellt der Immaterialismus dar, die Vorstellung, dass wir stets „vom Geiste jener umgeben sind, die uns lieben und die auch wir lieben“, unabhängig von Leistungen, Gegenleistungen, Örtlichkeiten oder bestimmten physischen Eigenschaften. Wenn wir von einem Menschen nicht genau sagen können, warum wir ihn/sie lieben, dann ist es wohl eine wahre, umfassende Liebe, die selbst bestehen bleibt, wenn/falls sich dieser Mensch verändern sollte, durch Alter, Krankheit, Unfall oder andere äußere Umstände. Dieses Gedankenmodell zielt also auf seelische Komponenten. Die Seele eines Menschen kann immer geliebt werden, kritisiert bzw. abgelehnt werden höchstens durch bestimmte Handlungen.

Erst wenn wir uns selbst und die anderen als immer liebenswerte Seelen erkannt haben, denen wir stets gerne die Chance geben wollen zu lernen, um sich selbst zu vervollkommnen, werden die seelischen Wunden aus dem „alten System“ heilen und wir selbst die seelische Kraft erlangen, die materiellen Konzepte endgültig zu verabschieden.

2. Information des Umfeldes

Die Menschen im persönlichen Umfeld (Verwandte, Freunde, Kollegen) sollten sodann in achtsamer und einfühlsamer Weise mit den Ursachen der diversen systemischen Krisen (Geldsystem, Kriege, Krankheiten, Umweltprobleme etc.) konfrontiert werden. Dies sollte jedoch stets so erfolgen, dass diese Menschen die Chance haben, diese Dinge selbst zu „entdecken“, d.h. ihnen nicht sofort die „Lösungen“ vorgeben, sondern sie am besten dazu motivieren, selbst nach diesen zu suchen bzw. solche zu entwickeln. Voraussetzung ist hier aber die Fähigkeit zur Kooperation, d.h. das Vermeiden des „not invented here“-Syndroms, d.h. dass die Ideen anderer prinzipiell abgelehnt und schlecht geredet werden, nur weil es sich dabei nicht um eigene Ideen handelt. Wenn dann eine kleine Gruppe eigenständig neue Lösungen entwickelt hat und damit auch zur Kooperation fähig ist (d.h. ebenso andere, ähnliche Lösungen unterstützen kann und die eigenen nicht reflexartig immer gegen andere positionieren muss), dann kann der nächste Schritt gewagt werden.

3. Transformationswerkzeuge

Je nach Transformationsbereich (z.B. Geldsystem, Politik, Gesundheit, Ernährung, Bildungswesen, Energie etc.) sollten nun die Werkzeuge bereitet und gepflegt werden, mit deren Hilfe die Transformation eines Gesellschaftsbereichs in Angriff genommen wird. Dies ist zunächst die Auswahl der geeigneten Sprache (Bilder, Metaphern, neue Begrifflichkeiten, welche alte Denkmuster vermeiden bzw. ersetzen), neuer Symbole (Logos), aber auch von Persönlichkeiten, welche den neu konstruierten Gesellschaftsbereich authentisch und sympathisch transportieren können. Besonders wichtig sind in diesem Zusammenhang Methoden der Konfliktvermeidung bzw. –auflösung (z.B. gewaltfreie geistige Methoden in Anlehnung an Aikido) sowie die Methode des systemischen Konsensierens.

Auch geeignete Software (einerseits zur Kommunikation innerhalb der Gruppe bzw. der Gruppe mit der Umwelt, andererseits zur Entwicklung neuer Methoden und Werkzeuge) sollte gesucht, bewertet, getestet, gemeinsam gewartet und verwendet werden. Die geistige Grundhaltung alle „Probleme“ als Software und nicht als Hardware zu betrachten (Software ist immer veränderbar!), kann in diesem Kontext ebenso wie zahlreiche andere Techniken der Neurolinguistischen Programmierung (NLP) sehr hilfreich sein.

4. Transformatives Projekt

Schließlich sollte ein Hauptprojekt ausgewählt werden, anhand dessen diese Reformgruppe ihrem Umfeld beweisen kann, dass eine friedliche Transformation mit den gewählten Mitteln tatsächlich möglich ist. Dabei kann es sich um eine neue medizinische Behandlungsmethode, eine alternative Währung oder einen Generator für „freie bzw. erneuerbare Energie“ ebenso handeln wie um ein autarkes Ökodorf oder eine innovative Bildungseinrichtung. Dieses Projekt wird natürlich noch „im alten System“ entwickelt, daher Sponsoren benötigen, gesetzliche Bestimmungen beachten müssen etc. Dennoch wird es eindeutig auf eine neue Gesellschaftsform ausgerichtet sein und alle, die damit in Kontakt treten (also auch Geldgeber, Behörden etc.), werden achtsam und ehrlich darüber aufgeklärt, dass es sich dabei um einen wertvollen „Baustein für ein neues Miteinander“ handeln wird.

5. Vernetzung und gesellschaftliche Umgestaltung

Wenn das transformative Projekt der Öffentlichkeit präsentiert werden kann, erfolgt zugleich eine Vernetzung mit anderen parallelen Bewegungen im In- und Ausland. Wir erkennen dann, dass sich unterschiedliche Denkweisen optimal ergänzen können, Synergien möglich werden und das, was wir in der Geisteshaltung des Materialismus oft als andersartig, bedrohlich abgelehnt oder bekämpft haben, nun zu einer wunderbaren Erweiterung und Symbiose führen kann. Auf der Grundlage dieser Einsicht werden schließlich ganze Regionen sowie Kontinente zu gegenseitiger Hilfe und Kooperation befähigt, da Unterschiede einen herrlichen Anreiz bieten, um voneinander zu lernen.

Diese Stufenleiter der Transformation kann in Schulen, Unternehmen, Gemeinden, Sport- oder Geselligkeitsvereinen ebenso beschritten werden wie in politischen Parteien des „alten Systems“. Voraussetzung ist nur der feste Glaube an eine lebenswerte Welt, welche wir stets gemeinsam und einzig allein aus uns selbst heraus gestalten können!

Ihr

Franz Hörmann

 

Quelle: http://www.buergerstimme.com/Design2/2014-02/der-friedliche-weg-in-den-kooperativen-individualismus/